Erfolg im Bewerbungsprozess

Schon Harald Kostial wusste: «Wer etwas will, sucht Wege. Wer etwas nicht will, sucht Gründe.»

 

Ich kann verstehen, dass manchmal der Frust hochschwappt, wenn es mit der Traumstelle schon wieder nicht geklappt hat. Es ist völlig ok, ab und zu die bemitleidenswerteste Person der Welt zu sein. Wer das Jammern über die Ungerechtigkeit der Welt aber in seinen Grundeinstellungen hat, der kann nur durch einen Irrtum zu mir gelangt sein.

 

Ja, ich bin der Meinung, dass man sich Erfolg verdienen muss. Manche werden jetzt entgegnen, dass das aber nicht alle müssen. Vielleicht erscheint uns das so. Insbesondere wenn wir Erfolg mit Geld gleichsetzen. Meine Überzeugung ist dennoch, dass das, was uns zufliesst, in irgendeiner anderen Währung wieder abfliesst. Aber das ist eine andere Geschichte. In diesem Artikel geht es um den Erfolg bei Bewerbungen.

 

Wir wollen also, dass unsere Bewerbung erfolgreich ist. Wenn das bisher nicht der Fall war, heisst das nicht, dass mit uns etwas nicht stimmt. Es bedeutet nur, dass wir etwas an unserer Strategie ändern müssen. Ein Veränderungsprozess beginnt immer bei uns selber. Immer.


Ganz unterschiedliche Ziele können stets auf dieselbe Weise erreicht werden. Der Erfolg hängt von drei Dingen ab: Anpassungsfähigkeit, Kreativität und Disziplin.


Anpassungsfähigkeit

Unser Umfeld ändert sich ständig. Sich dagegen zu wehren wäre reiner Energieverlust. Jeder kann sich anpassen und dennoch sich selber treu bleiben. Anpassungsfähigkeit beinhaltet Flexibilität, Wachsamkeit und Weitsicht. Hätten die Krokodile das nicht erkannt, wären sie längst ausgestorben. Einen Plan B zur Hand zu haben ist immer von Vorteil und gute Beziehungen helfen enorm dabei. Ob via online Welt oder im «richtigen» Leben ist doch egal. Wieso nicht die Kontakte von der letzten Gewerbeausstellung, aus dem Sportverein oder der Freiwilligenarbeit nutzen? Bei diesem Stichwort kommt jetzt gleich der Einwand: was, Arbeit ohne Lohn? Ja, ich finde es normal, einfach mal etwas zu leisten. Wo ein Sinn ist, ist irgendwann auch ein Lohn - manchmal kommt er eben indirekt und manchmal dauert's etwas länger. Fest steht: Leistungsausweise und soziale Kontakte machen sich gut im Lebenslauf. Such neue Wege, probiere etwas aus, sei originell. Aber bleibe auf jeden Fall authentisch! Sende eine Videobotschaft, zeige dich, schick deine Bewerbung in einem Schuhkarton, wenn das zur Firma passt. Aber bitte: überlege vorher, WIE du das tust und WEM du das schickst. Vielleicht ist nicht jeder Personalverantwortliche und jeder Vorgesetzte so humorvoll wie du.



Kreativität

Damit sind wir bei der Kreativität. Recherchiere über die Firma so viel du kannst. Schau dir die Webseite und das Team an. Denk dich rein. Wie sprechen die dort? Wie gehen sie miteinander um? Welche Erwartungen haben sie? Das Tolle an den heutigen online Bewerbungen ist ja, dass sie ohne grossen Aufwand an die jeweilige Firma angepasst werden können (punkto Inhalt, Wortwahl und Gestaltung). Wer Word nicht aus dem ff beherrscht, dem empfehle ich gerne die interaktiven Vorlagen von www.lebenslauf.com (man muss sich allerdings bei Xing anmelden). Noch besser ist natürlich eine unverwechselbare eigene Vorlage. Mit Bewerbungsunterlagen von der Stange fällst du vielleicht nicht negativ auf. Positiv allerdings auch nicht. Und worum sonst geht es in der Be-Werbung? In eine ansprechende Bewerbung gehört immer ein individuell abgefasster und unterhaltsamer Motivationsbrief. Kurz und präzise sollte er ausserdem sein. Er ist das wichtigste Dokument überhaupt - denn die Motivation des Bewerbers ist für kluge Firmen das entscheidende Kriterium bei der Personalauswahl. Die Anhänge sollten sich auf 3 bis maximal 4 pdf beschränken. Muss sich der Empfänger nämlich erst einzeln durch 20 Dokumente kämpfen, ist das bereits der erste Minuspunkt.



Disziplin

Ich bin absolut einig mit Thomas Edison, der sinngemäss meinte: Kreativität hat wenig mit Inspiration, sondern sehr viel mehr mit Transpiration zu tun (ich habe nie gesagt, dass es nicht anstrengend ist, oder?). Und das meine ich mit der Disziplin. Wenn ich besser werden will, muss ich eben üben. Ich muss mehr tun als andere. Vielleicht muss ich zuerst verschiedene Winkel und Techniken ausprobieren bevor der Schuss ins Tor geht.

Wenn du etwas erreichen willst, verhalte dich schon mal so, als wärst du bereits dort. Das hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern mit Selbstvertrauen und Ausstrahlung. Auch beim Flirten landet selbst der mit dem aussergewöhnlichsten Spruch irgendwann einen Treffer - wenn er nur ausdauernd genug ist und an sich glaubt. Weil wenn ich nicht überzeugt bin von mir selber, wer denn sonst? Ja, da bin ich streng. Besonders mit mir, aber auch mit anderen. So bin ich erzogen worden, so kenne ich das Leben und so finde ich es gut. Das tönt jetzt so spassfrei... ist es aber nicht. Ehrgeiz und Spass gehen für mich entweder Hand in Hand oder im Gänsemarsch. Oder gibt es eine grössere Freude als ein schwer verdientes Lob, Bier oder Honorar am Ende eines erfolgreichen Arbeitstages?



Kuno Lauener singt «irgendeinisch fingt ds Glück eim.» Wenn du daran nicht glaubst, dann ruf mich bloss nie an. Denn der schönste Texte nützt dir nichts, wenn ihm eine negative Energie anhaftet.

 

Der Selbstcheck kann dir helfen, Klarheit zu gewinnen, wo du im Moment stehst im Bewerbungsprozess.

 

Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg!

 

Deine Susanne Sommer