Wer muss denn gleich ein Stucki sein?

Fehlt dir manchmal der letzte Schuss Mumm oder Energie, um etwas durchzuziehen? Das geht wohl jedem ab und zu so. Sportler demonstrieren immer wieder eindrücklich, wie man es schaffen kann. 

Innere Haltung einnehmen

Hast du neulich den Stucki Chrigu im Schlussgang vom Unspunnenfest beobachtet? Er konnte nicht mehr, oder? Trotzdem hat er es geschafft. Wenn du kurz vor dem Ziel bist oder viel zu verlieren hast, dann kannst du noch zwei Dinge tun. Fokussieren und durchziehen. Tunnelblick aufsetzen und Schneid rauskehren. Du brauchst nur einen überlegten, wild entschlossenen, verzweifelten Zug. Dieser Zug von Chrigu, der hatte nicht mehr viel mit körperlicher Kraft zu tun. Das war rohe, beinharte, brachiale Willenskraft.

 

Du musst kein Stucki sein, um das zu schaffen. Was du brauchst, ist innere Haltung. Konzentriere dich auf den Weg, auf das Wie. Und dann halte dich an den Plan. Denk nicht an den Lohn. Das lenkt dich nur ab. Also: lass die Dinge kommen, sei wachsam und dann zieh es durch. Als hinge dein Leben davon ab - denn vielleicht tut es das ja. Das hat der Stucki auch gemacht. Er hat vor dem Fest Medien und Fans ignoriert und sich nur auf sich konzentriert. Wir alle kennen ihn - das hatte nichts mit Egoismus zu tun. Das war er uns einfach schuldig. 


Die Wechselwirkung mit der äusseren Haltung

Kommen wir zur äusseren Haltung. Der Körper hört nicht nur der Seele zu. Umgekehrt ist es genauso.  Das ist gut, denn es ist einfacher, zuerst an der äusseren Haltung etwas zu ändern. Ein aufrechter Gang stärkt dein Selbstvertrauen. Achte deshalb immer darauf, auch wenn du müde bist.

 

Nutze Tricks und Naturgesetze

Neulich beim Joggen ist es mir wieder aufgefallen. Hast du schon mal versucht, deine Beine weniger schnell zu bewegen als deine Arme? Das geht nicht. Ist anscheinend irgend so ein Naturgesetz. Deshalb bewege ich meine Arme immer möglichst schwungvoll, locker und natürlich. Die Beine folgen dann ganz automatisch. Sobald meine Kräfte nachlassen, sage ich mir «nur noch bis zu diesem Baum.» Und wenn ich beim Baum bin, sage ich mir «nur noch bis zum Haus dort vorne.» So hangle ich mich vorwärts. Das gehört zum Plan, sieht locker aus und es funktioniert immer. Mein Gehirn wird ständig belohnt und das gibt mir die Energie für den nächsten Abschnitt.

 

Der Geruch der Entschlossenheit

Ausserdem würde es keiner wagen, sich mir in diesem Moment in den Weg zu stellen - auch der Stucki nicht. Die Leute können Entschlossenheit riechen. Sonst geh einmal erhobenen Hauptes und sicheren Schrittes morgens um 07.00 Uhr durch den Hauptbahnhof. Dann wirst du schon sehen. Richte deinen Blick auf das Ziel und geh los. Ohne zu zögern! Ich schwöre dir, die Menge der Pendler wird sich teilen wie es im Buche steht. In der Bibel. Im Kapitel über Moses und das Meer. Und dieses Gefühl, wenn du es durchgezogen hast - das ist ungemein befreiend. Und genau deshalb wirst du es wieder tun. Garantiert.