Arbeitszeugnisse formulieren - was ist erlaubt?

Räumen wir zu Beginn gleich zwei hartnäckige Gerüchte aus dem Weg:

 

1. Ein Arbeitszeugnis ist kein Wunschkonzert. Die Formulierungshoheit liegt beim Arbeitgeber (solange das Gesetz eingehalten wird).

2. Ein Arbeitszeugnis muss nicht zwingend nur gut sein. Der Grundsatz der Wahrheit kommt vor dem Wohlwollen.

 

Aber bekanntlich gibt es niemals nur eine Wahrheit. Hier fängt der gesetzliche Spielraum an. Ich helfe mit, eine für beide Seiten akzeptable Formulierung zu finden, bevor ein teurer und mühsamer Rechtsstreit vom Zaun bricht. 

 

Vorgehen bei Uneinigkeit zum Arbeitszeugnis

Hinter unglücklichen Formulierungen steckt oft keine böse Absicht, denn überall wo Sprache in Gebrauch ist, gibt es Raum für Interpretation und Missverständnisse. Zudem kennt nicht jeder Arbeitgeber die gesetzlichen Anforderungen an ein umfassendes Arbeitszeugnis im Detail. Vielleicht hat dein Arbeitgeber schlicht vergessen, eine Leistung zu erwähnen, die dir persönlich sehr wichtig ist. Rede als erstes mit deinem Arbeitgeber. Wenn sich dann nichts machen lässt, melde dich bei mir für eine unabhängige Meinung und falls gewünscht, eine Verhandlung mit deinem Arbeitgeber.

 

Was heisst «Verhandlung»?

 

Es geht dabei nicht darum, etwas unter den Tisch zu wischen oder zu beschönigen. Es geht darum, eine Leistung oder Situation ins «richtige» Licht zu rücken. Oder wie ich mich lieber ausdrücke: sich noch einen weiteren Blickwinkel zu erlauben. Denn ist es nicht verblüffend, wie verschieden sich die gleiche Strasse präsentiert, wenn man einmal von Osten statt von Norden einbiegt?

 

Konsultiere gerne eine Referenz, sende mir eine E-Mail oder ruf mich an.