Eine Frage, die der Frau Texterin oft gestellt wird: «Hast du keine Angst, dass KI dir deinen Job wegnimmt?» Die Antwortet lautet: «Nö.»
Warum ich bei dem Thema so entspannt bleibe, erkläre ich dir gleich.
Was kann KI besser als eine Texterin?
Wenn du KI nach einem 2‘000 Zeichen langen Text über ein bestimmtes Thema fragst, ist dieser Text innert Millisekunden geschrieben und erscheint etwa 0.3 Sekunden später auf deinem Bildschirm. KI kann also schneller tippen als eine Texterin.
KI kann bestimmt auch besser Regeln befolgen als eine Texterin. Du gibt die Befehle und KI gehorcht. Das macht eine Texterin nicht unbedingt: Sie wird dir klipp und klar sagen, wenn deine Idee bekloppt ist und sie kann das dann auch begründen.
Doch was kann KI nicht?
Denken. Klar, du kannst jetzt sagen: «Das können viele Menschen auch nicht.» Und ich bin geneigt, dir recht zu geben. Aber im Ernst. KI kann nicht unterscheiden, was wahr ist und was nicht. Sie durchsucht lediglich das Internet wie der Superheld Flash auf Speed; sie macht also das, was du früher googeln nanntest, nur viel, viel schneller.
Wenn du etwas googelst, denkt dein Hirn (hoffentlich) laufend: «Stimmt das?», «Kann ich dieser Quelle vertrauen?» etc. Du wägst ab, ob du glaubst, was du liest, je nachdem wer es behauptet – genau wie im richtigen Leben. Wieso haben wir diesen Reflex bei KI oft nicht? Ich könnte mir vorstellen, weil es schwieriger ist, «jemandem» zu misstrauen, der so klug erscheint und dabei durchaus sympathisch und menschlich klingt, auch wenn wir wissen, dass es bloss ein Rechner ist.
Dabei vergessen wir oft, dass KI das Denken und Sprechen nur simuliert – die Antworten entstehen vielmehr aus einer Wahrscheinlichkeitsrechnung auf der Grundlage von allen wahren und unwahren Inhalten im Internet. KI wird daher nie schreiben können wie ein echter Mensch, weil sie nicht denken kann wie ein Mensch, nicht fühlt, was du fühlst und keine persönliche Meinung hat. Sie kann nur noch mehr von dem produzieren, was schon da ist.
Deshalb kann KI beispielsweise sehr gut Pop-Songs berechnen. Die klingen ja jetzt schon alle gleich. Hingegen Country-Songs kann KI nicht so klonen, dass du den Unterschied nicht merkst. Da stecken echte Geschichten und durchlebte Gefühle eines Singer & Songwriters dahinter und das kann KI nicht simulieren, selbst wenn du deinen Befehl noch so gut formulierst. Denn wenn du im Formulieren von Befehlen so gut bist, dass KI dir genau das liefert, was du ausdrücken willst, dann kannst du deinen Song ja gleich selbst schreiben, oder?
Und was folgern wir daraus?
Genau deshalb wird KI niemals diejenigen ersetzen, die etwas Neues, etwas Besonderes, etwas Persönliches erschaffen. Coole Sache also für uns Texter. Das Internet wird in den nächsten Jahren überflutet werden mit immer mehr vom Gleichen. Dadurch werden Texte, die sich ein Mensch unter Blut, Schweiss und Tränen selbst ausgedacht hat, in Zukunft noch viel wertvoller werden und aus der Menge herausstechen wie eine Engelstrompete aus einem sich selbst vermehrenden Misthaufen.
Klar, du kannst jetzt einwerfen, wer denn in Zukunft überhaupt noch wird unterscheiden können, was ein Mensch geschrieben hat und was nicht. Guter Einwand. Die grosse Mehrheit wird es nicht können und es wird sie auch nicht interessieren. Das sind allerdings nicht meine Kunden und daher ist mir das egal. Diejenigen hingegen, die schon jetzt den Unterschied spüren, werden diesen in ein paar Jahren (oder vielleicht bereits in ein paar Monaten) noch weit mehr zu schätzen wissen. Menschen stehen halt auf Persönlichkeit - Google übrigens auch.
Einzigartige Texte ranken bei Google besser als Massenware, weil Google sie als relevanter einstuft. Google will echte, nützliche Informationen für Menschen, die auf der Suche nach einer umfassenden Lösung für ein konkretes Problem sind.
Deshalb: Wenn du bei Google nach vorne kommen willst, solltest du zuerst wissen, inwiefern sich dein Angebot von der Konkurrenz unterscheidet und was es den Leuten nützt. Denn wenn du das nicht weisst, kann ich dir nicht weiterhelfen und KI sowieso nicht.
