Fachartikel und Inspiration

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Viel Spass beim Lesen!


Von Füllwörtern, Adjektiven und Einzelheiten

Streiche Füllwörter

Müssen eigentlich alle Wörter Kraft haben? Nein! Wie würdest du die Kräftigen sonst erkennen? Wenn du immer nur glücklich wärst, würdest du dein Glück auch nicht schätzen. Alles klar? Sei vorsichtig mit diesen Wörtern, aber benutze sie unbedingt, wenn du dir sicher bist:

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Soll ich erwähnen, dass das Arbeitszeugnis uncodiert ist?

Die codierte Sprache widerspricht dem Grundsatz der Klarheit und ist demzufolge unzulässig. Der Zusatz, es handle sich um ein uncodiertes Zeugnis, ist daher nutzlos.

Muss ich den Austrittsgrund zwingend nennen?

Nein. Der Austrittsgrund ist nur auf Wunsch des Mitarbeiters zu nennen oder wenn er zur Würdigung des Gesamtbildes beiträgt. In diesem Fall wäre er auch gegen den Willen des Mitarbeiters zu erwähnen. Wenn du ins Zeugnis schreibst, wer das Arbeitsverhältnis aufgelöst hat, so muss dies selbstverständlich wahr sein. Du darfst nicht schreiben, das Arbeitsverhältnis sei in gegenseitigem Einverständnis aufgelöst worden, wenn du deinem Mitarbeiter in Wahrheit gekündigt hast. Der Austrittsgrund im Zeugnis sollte also auch mit dem Kündigungsschreiben übereinstimmen (falls du diesen erwähnt hast – was du ebenfalls nur auf Verlangen des Mitarbeiters musst).

 

Übrigens schuldest du deinem Mitarbeiter im Zeugnis weder Dankesworte, noch einen Ausdruck des Bedauerns über seinen Weggang, noch Zukunftswünsche – nicht einmal dann, wenn so etwas in einem Zwischenzeugnis enthalten ist. Wenn du aber mit seinen Diensten zufrieden warst, dann mach doch bitte als Zeichen der Wertschätzung.

 

Ich persönlich kläre fehlendes Bedauern im Zeugnis jeweils mit einer Referenzauskunft. Überbewerten muss man das Fehlen nicht - vielleicht ging es schlicht vergessen.

Wie ist das Arbeitszeugnis zu datieren?

Grundsätzlich hat das Zeugnis das Datum des effektiven Ausstellungstages zu tragen. Ein Vor- oder Rückdatieren ist daher meistens unzulässig, selbst wenn beide Parteien damit einverstanden sind. Wenn jedoch ein Zeugnis wegen arbeitsrechtlicher Streitigkeiten erst «einige Zeit» nach

Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgestellt wird, darf, bzw. muss das Zeugnis auf das rechtliche Vertragsende rückdatiert werden, damit dem Mitarbeiter dadurch kein Nachteil entsteht.

 

Was heisst «einige Zeit»? Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 10. August 2012 in einem Fall, das Zeugnis sei rückzudatieren, da das effektive Ausstellungsdatum drei Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses lag. Präzisere Urteile dazu gibt es meines Wissens nicht.

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Innert welcher Frist muss ich ein Arbeitszeugnis ausstellen?

Der Mitarbeiter kann laut Gesetz «jederzeit» ein Arbeitszeugnis verlangen. Dieser Pflicht solltest du möglichst rasch nachkommen – sicher innert eines Monats. In seltenen Fällen kann sich die Ausstellung des Zeugnisses auch länger verzögern, z.B. wegen einer hängigen Strafuntersuchung. In

einem solchen Fall kann das Zeugnis erst nach Abschluss der Untersuchungen ausgestellt werden. Das Zeugnis muss ja objektiv wahr sein. Durch die Auslassung wesentlicher Tatsachen würde ein unzutreffendes Bild entstehen und da du verpflichtet bist, nicht nur die Leistung, sondern auch das Verhalten zu qualifizieren und das Ergebnis der Strafuntersuchung eben gerade die Grundlage für die Beurteilung des Verhaltens bildet, musst du in diesem Fall noch zuwarten. Wenn es sich um das Austrittszeugnis handelt, ist das Zeugnis dem Mitarbeiter üblicherweise am letzten Arbeitstag, spätestens bei Vertragsende auszuhändigen.

Darf ich anstelle eines Arbeitszeugnisses nur eine Arbeitsbestätigung ausstellen?

Der Mitarbeiter hat immer Anrecht auf ein Vollzeugnis, auch wenn sein Einsatz nur zwei Wochen gedauert hat. Das Zeugnis wird aber in diesem Fall entsprechend kurz ausfallen. Eine  Arbeitsbestätigung darf nur auf ausdrücklichen Wunsch des Mitarbeiters ausgestellt werden. Der Mitarbeiter muss sich nicht einmal zwischen einer der beiden Möglichkeiten entscheiden. Er kann

also zuerst ein Vollzeugnis verlangen und später noch eine Arbeitsbestätigung (oder umgekehrt).

 

Was bedeutet überhaupt ein Vollzeugnis?

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Muss ich Negatives im Arbeitszeugnis erwähnen?

Du darfst nur dann eine offensichtlich negative Beurteilung vornehmen, wenn du die aufgeführte Kritik belegen kannst (schriftliche Beispiele, Mitarbeitergespräche etc.) und wenn diese für den Mitarbeiter typisch, bzw. für das Arbeitsverhältnis wesentlich sind. Wesentlich sind Tatsachen, die den Betrieb oder das Vertrauen empfindlich gestört haben, wie z.B:

  • Ungenügende fachliche Qualifikation
  • Suchtprobleme
  • Straftaten
  • Schwerwiegende Probleme in der Zusammenarbeit
  • Notorisches Zuspätkommen
  • Etc.

Einmalige Vorkommnisse oder unbedeutende Verfehlungen, die das Arbeitsverhältnis kaum belastet haben, gehören nicht in ein Arbeitszeugnis. Zeugnisse müssen gleichzeitig wahr und wohlwollend sein. Das kann ein Widerspruch sein. Im Zweifel hat der Grundsatz der Wahrheit Vorrang vor dem Wohlwollen - der Mitarbeiter hat nicht per se Anspruch auf ein gutes Zeugnis. Das Interesse des zukünftigen Arbeitgebers an der objektiven Wahrheit geht dem Interesse des Mitarbeiters an einem möglichst guten Zeugnis vor. Daher darf und muss das Zeugnis auch ungünstige Tatsachen und Beurteilungen enthalten, ausser es handelt sich um einmalige Vorfälle oder Umstände, die für den Mitarbeiter nicht charakteristisch sind.

 

Negative Aussagen dürfen nur dann gemacht werden, wenn sie, auf das Arbeitsverhältnis bezogen, ein bemerkenswertes Ausmass angenommen haben. Damit die Aussagen vor Gericht standhalten ist es wichtig, dass Fehlleistungen und unerwünschtes Verhalten vorher schriftlich aufgezeichnet und mit dem Mitarbeiter besprochen wurden. Der Mitarbeiter muss Kopien der Aufzeichnungen

erhalten.

 

Wie äussere ich Negatives im Arbeitszeugnis?

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Kann mich der Mitarbeiter zwingen, das Zeugnis zu ändern?

Ein Gericht kann dich zwingen, ein erkennbar unhaltbares Werturteil zu streichen oder offensichtlich unerwähnte Tätigkeiten oder Fähigkeiten des Mitarbeiters ins Zeugnis aufzunehmen. Du musst aber nicht gegen deinen Willen eine voll zufriedenstellende Beurteilung abgeben.

 

Will der Mitarbeiter sein Zeugnis berichtigen lassen, muss er sein Anliegen mit Beweisen rechtfertigen. Als Arbeitgeber musst du insofern mitwirken, indem du deinerseits negative Beurteilungen zumindest begründest oder beweist. Kannst du deinen Standpunkt nicht rechtfertigen, entscheidet das Gericht, ob die beantragte Berichtigung begründet erscheint. Vereinfacht gesagt muss der Arbeitgeber Werturteile belegen können, die unterdurchschnittlich sind

und der Mitarbeiter solche, die überdurchschnittlich sind.

Beurteilung von Leistung und Verhalten

Das Gesetz verlangt, Leistung und Verhalten zu beurteilen. Das sind aber weite Begriffe. Was fällt also alles darunter?

 

Leistung

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Aufbau und Inhalt eines individuellen Arbeitszeugnisses

Das Zeugnis sollte Folgendes beinhalten (was nicht in Klammer gesetzt ist, ist zwingend):

 

  • (Kurzbeschrieb des Unternehmens)
  • Vorname und Name
  • Geburtsdatum
  • Heimatort
  • Vertragsbeginn und –ende
  • Arbeitsort
  • Funktion / biografischer Werdegang
  • Beschäftigungsgrad
  • Tätigkeit
  • Beurteilung von Leistung und Verhalten
  • (Schluss und ev. Dank)
  • Datum
  • Rechtsgültige Unterschrift/en

Kurzbeschrieb des Unternehmens

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